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Aussenseiter Williams gewinnt La Flèche Wallone

Co-Favorit Marc Hirschi wird den Vorschusslorbeeren bei La Flèche Wallonne nicht gerecht. Der Berner steigt beim Sieg des Briten Stephen Williams oben auf der Mur de Huy vorzeitig vom Rad.

(sda) Hirschi war kein Einzelfall. Total 130 Fahrer gaben auf, unter ihnen mit Mauro Schmid auch der zweite Schweizer. Bloss 43 Fahrer bissen durch. Bei Kälte und Regen, der zeitweise sogar ein paar Schneeflocken auf die Fahrer fallen liess, waren die äusseren Bedingungen ebenso hart wie das Profil des Parcours', bei dem es die brutale Mur de Huy neu sogar viermal zu erklimmen gab.

Diese Kombination behagte Hirschi für einmal nicht. Der Sieger der Austragung 2020, der vergangenen Sonntag mit einem zweiten Rang beim Gold Race erneut seine Ambitionen angemeldet hatte, liess 60 km vor dem Ziel bei der drittletzten Passage bei dem mit bis zu 19 Prozent steilen Anstieg abreissen.

Auch andere Mitfavoriten wie der Brite Tom Pidcock oder der Vorjahres-Zweite Mattias Skjelmose aus Dänemark flohen in Abwesenheit der ganz grossen Namen frühzeitig unter die warme Dusche. Tadej Pogacar, der das World-Tour-Rennen 2023 gewann, und Mathieu van der Poel, heuer Sieger von Paris-Roubaix und der Flandern-Rundfahrt, traten mit Blick auf den Sonntag erst gar nicht an. Der Slowene und der Niederländer schonten die Kräfte für Lüttich-Bastogne-Lüttich, das vierte Monument des Radsports.

Zum selben Zeitpunkt als Hirschi aus der Entscheidung fiel, ergriff Sören Kragh Andersen die Flucht nach vorne. Dies führte zu einem spannenden Rennverlauf. Bei der Verfolgungsjagd auf den Dänen bildeten sich zwei Gruppen. Der Zusammenschluss erfolgte rechtzeitig, so dass die Sieganwärter gemeinsam ein letztes Mal in die Mur de Huy brausten.

Der Sieger Williams griff im letzten Anstieg 250 m vor dem Ziel an, was gemäss Lehrbuch als zu früh gilt. Doch seine Verfolger kamen nicht mehr ganz heran.